Ausbau der Hochschulen in Bayern
Aufgrund der demographischen Entwicklung sowie des doppelten Abiturjahrgangs ist die Zahl der Studienanfänger in Bayern auf über 85.000 im Jahr 2011 steigen. Zu diesem Anstieg hat auch die Aussetzung der Wehrpflicht beigetragen. Bis 2020 wird die Zahl der Studienanfänger pro Jahr in Bayern nicht unter 60.000 sinken. Um die Hochschulen darauf vorzubereiten, stellt Bayern rund eine Milliarde Euro bis 2013 bereit. "Mit dieser Investitionsentscheidung werden den jungen Menschen in Bayern auch künftig optimale Ausbildungschancen eröffnet", so Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch. Die zwischen dem Minister und der Präsidentin, den Präsidenten und Rektoren unterzeichneten zusätzlichen, auf den Ausbauzweck beschränkten Zielvereinbarungen legen fest, wie die Ausbauplanung an den einzelnen Hochschulen konkret umgesetzt wird.
Studienplätze
Insgesamt 38.000 zusätzliche Studienplätze haben die bayerischen Hochschulen bis zum Jahr 2011 schrittweise aufgebaut. Nach der vom Wissenschaftsministerium gemeinsam mit den Hochschulen erarbeiteten Ausbauplanung entstehen die zusätzlichen Studienplätze jeweils zur Hälfte an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und den Universitäten. 20 % der Ausbaumittel dienen einer bedarfsgerechten, flexiblen Feinsteuerung, mit der auf die konkrete Nachfrage nach Hochschulen und Studienfächern reagiert wird. Rund drei Viertel der zusätzlichen Kapazitäten sollen in den arbeitsmarktrelevanten Bereichen der Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften entstehen, da dort ein hoher Fachkräftebedarf und gute Berufsperspektiven bestehen.
Für die mindestens 5.500 zusätzlichen Studienanfänger in den Jahren 2011 und 2012, die aus der Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes resultieren, wurden mit einem Sofortprogramm die notwendigen Studienmöglichkeiten geschaffen.
Aufgrund der weiter steigenden Studierendenzahlen werden bereits im Jahr 2012 5.000 von insgesamt 10.000 weiteren Studienplätzen zur Verfügung stehen.
Grafiken
Verteilung der zusätzlichen Studienplätze auf Hochschulstandorte (vorbehaltlich Nachsteuerung)
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Verteilung der Studierenden auf Studienfelder
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Verteilung der Ausbaumittel für zusätzliche Studienplätze:
- Ingenieur- und Naturwissenschaften: 54 %
- Wirtschafts- und Rechtswissenschaften: 23 %
- Geistes- und Sozialwissenschaften: 23 %
Personalstellen
Der Freistaat verpflichtet sich in den Zielvereinbarungen, die erforderlichen personellen und räumlichen Kapazitäten bereitzustellen. Um ein attraktives Lehrangebot für die 38.000 neuen Studienplätze zu schaffen, wurden bis 2011 an Bayerns Hochschulen schrittweise 3.000 zusätzliche Personalstellen aufgebaut. Für Personal und Sachkosten werden die Hochschulen bis zum Jahr 2013 rund eine Milliarde Euro zusätzlich erhalten. Wegen der Aussetzung der Wehrpflicht werden insgesamt 440 weitere Stellen bereitgestellt. Für die weiteren 5.000 Studienplätze ab 2012 stehen zusätzliche 400 Personalstellen bereit.
Räumlicher Ausbau
Um die für das Ausbaukonzept erforderlichen Räumlichkeiten zu schaffen, wurden Baumaßnahmen für zusätzliche Flächen in einer Größenordnung von rund 130.000 qm beschlossen. Diese zusätzlichen Flächen sollen durch Anmietungen (59.000 qm), durch Baumaßnahmen im Rahmen des Programms "Zukunft Bayern 2020" (34.000 qm) und weitere Baumaßnahmen (37.000 qm) gedeckt werden. Da die Raumsituation und Auslastung von Hochschule zu Hochschule stark variiert, wurde der Flächenbedarf nicht nach einem festen Richtwert, sondern individuell und standortbezogen ermittelt.
Vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers ist vorgesehen, für den erforderlichen Anmietbedarf ab 2011 zusätzliche Mittel von jährlich rd. 15 Millionen Euro bereitzustellen. Die weiteren Baumaßnahmen im Ausbaukonzept umfassen ein Volumen von rund 437,5 Millionen Euro.
Modernisierung
Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Hochschulen ist ein zentrales Ziel der Bayerischen Staatsregierung. Im Koalitionsvertrag ist hierfür unter anderem ein umfangreiches eigenes bauliches Modernisierungsprogramm vereinbart worden. Danach werden in den nächsten zehn Jahren 4 Mrd. Euro in den Hochschulbau investiert. Die erste Tranche dieses Programms wurde bereits mit dem Doppelhaushalt 2009/2010 umgesetzt. Demnach standen für den Hochbau im Bereich des Wissenschaftsministeriums im Jahr 2009 ca. 515 Mio. Euro und im Jahr 2010 ca. 575 Mio. Euro zur Verfügung.
Bayern hat damit gemeinsam mit den Hochschulen frühzeitig die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Erweiterung der Ausbildungskapazitäten geschaffen. So wurden die Weichen gestellt, um das aktuelle Studierendenhoch als große Chance zu nutzen und noch mehr jungen Menschen eine hochwertige Ausbildung an den Hochschulen in Bayern zu ermöglichen.
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