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Öffnung der HochschulenOpening Our UniversitiesÖffnung der Hochschulen
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Hochschule



 

Öffnung der Hochschulen

Leitgedanke bayerischer Bildungspolitik ist das lebenslange Lernen. Bildung, Qualifizierung und Wissenserwerb sind heute fortdauernde Prozesse. Es reicht längst nicht mehr, in jungen Jahren eine Ausbildung zu durchlaufen und bis zum Ausscheiden aus dem Beruf mit diesem Wissen zu arbeiten. Und auch für die aktive Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ist fortlaufende Weiterbildung heute unverzichtbar. 

Der Zugang zum Hochschulstudium spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Der Grundgedanke ist, dass allen Bürgerinnen und Bürgern in Bayern, die den Willen und die notwendige Kompetenz haben, ermöglicht werden soll, ein Studium aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen. Zugleich müssen neue Zielgruppen zur Weiterbildung auf akademischer Ebene motiviert werden. 

Zugang zum Studium für beruflich Qualifizierte

Als erster Schritt hierzu ist im Juli 2009 mit der Änderung des Hochschulrechts der Hochschulzugang erheblich ausgeweitet worden. Folgenden Personen wird seitdem der allgemeine Hochschulzugang eröffnet, sofern ein Beratungsgespräch an der Hochschule absolviert wurde:

  • Meisterinnen und Meistern, 
  • Absolventinnen und Absolventen einer gleichgestellten beruflichen Fortbildungsprüfung (der genaue Personenkreis bzw. die für eine Gleichstellung zu erfüllenden Kriterien ergeben sich aus dieser Liste
  • sowie Absolventinnen und Absolventen einer Fachschule oder Fachakademie. 

Darüber hinaus wird beruflich Qualifizierten der fachgebundene Hochschulzugang eröffnet, die den erfolgreichen Abschluss einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung und eine anschließende, in der Regel mindestens dreijährige hauptberufliche Berufspraxis vorweisen können. Neben einem Beratungsgespräch muss durch die Hochschule hier die Studieneignung festgestellt werden. Näheres dazu finden Sie hier: Hochschulzugang und Eignungsfeststellungsverfahren

Flexibles Studienangebot für Berufstätige

Durch die am 01. März 2011 in Kraft getretene Novelle des Bayerischen Hochschulgesetzes wird den bayerischen Hochschulen ermöglicht, ein flexibles Angebot an Studiengängen für berufstätige Studieninteressierte anzubieten. 

Ein wichtiger Bereich der Änderungen bezieht sich auf Regelungen zu berufsbegleitenden Studiengängen (sowohl im Bachelor- als auch Masterbereich). Zusätzlich neu eingeführt werden die so genannten Modulstudien, die einen schrittweisen Einstieg in ein Studium ermöglichen sollen. 

Definition berufsbegleitender Studiengänge 

Bislang wurden Studiengänge in berufsbegleitendem Format fast ausschließlich im Bereich der Weiterbildung angeboten. Die ersten berufsbegleitenden Bachelor-Studiengänge sind als Modellprojekte im Wintersemester 2010/11 an vier bayerischen Hochschulen eingeführt worden. Mit der Gesetzesänderung wird nun ausdrücklich festgehalten, dass Studiengänge generell berufsbegleitend angeboten werden können. Das gilt nicht nur für Bachelor-, sondern auch für Masterstudiengänge. 

Trotz des berufsbegleitenden Charakters handelt es sich bei berufsbegleitenden Studiengängen im Bachelor- und konsekutiven Masterbereich aber nicht um Weiterbildungsstudien. 

Ein berufsbegleitendes Studium muss so gestaltet sein, dass es auch praktisch neben einer Berufstätigkeit zu absolvieren ist. Dafür muss die Studiengangsorganisation entsprechend angepasst sein (insbesondere Abend-, Wochenend-, Blockveranstaltungen und virtuelle Lehre). 

Wichtig ist bei berufsbegleitenden Studiengängen auch, dass die Arbeitsbelastung insgesamt bestimmte Grenzen nicht überschreiten darf, wenn die berufsbegleitende Studierbarkeit gewahrt sein soll (in der Regel 20 Credits /Leistungspunkte pro Semester). 

Studiengebühren in berufsbegleitenden Studiengängen

Für die berufsbegleitenden Studiengänge können durch die Hochschulen Studiengebühren erhoben werden. Grundlage dafür ist der zusätzliche Aufwand, der durch die berufsbegleitende Organisationsform bzw. den spezifischen Betreuungsbedarf der Studierenden entsteht. Die Höhe kann also von den Hochschulen nicht beliebig festgelegt werden, diese ist vielmehr von der Kostensituation des Studienganges an der jeweiligen Hochschule abhängig. 

In der Hochschulgebührenverordnung werden für die Gebühren in berufsbegleitenden Studiengängen im grundständigen Bereich Maximalbeträge festgelegt, diese liegen bei 2.000.- Euro pro Semester; bei Studiengängen in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächern, in denen besonders hohe Kosten anfallen, beträgt der Maximalbetrag 3.000,- Euro pro Semester. 

Einführung von Modulstudien 

Neu eingeführt werden die so genannten Modulstudien. Hierbei handelt es sich um einzelne Module eines grundständigen oder postgradualen Studiengangs. Da die Module aus einem existierenden Studiengang entnommen sind, können dafür Leistungspunkte vergeben werden. Grundgedanke der Einführung von Modulstudien ist, einen schrittweisen Einstieg ins Studium zu ermöglichen, und gleichzeitig die Akku-mulierung von Leistungspunkten zuzulassen. Die Studieninteressierten müssen sich nicht von vornherein für ein volles Studium entscheiden, sondern können zunächst mit einzelnen Modulen Erfahrungen sammeln. Dabei ist aber sichergestellt, dass die erworbenen Studienleistungen auch angerechnet werden können, wenn später ein volles Studium aufgenommen wird. 

Regelstudienzeit der Modulstudien ist ein Semester bzw. entsprechend länger, wenn sich das Modul über mehrere Semester erstreckt. 

© Referat E4