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Pressemeldungen Wissenschaft und Kunst

18.12.12

Zwei Synergy Grants des Europäischen Forschungsrats gehen nach Bayern – Münchner Forschungsprojekte zu Demenzerkrankungen und Ultrakalter Quantenmaterie ausgewählt

Zwei der insgesamt elf neuen Synergy Grants des Europäischen Forschungsrats gehen nach Bayern. Die Münchner Forscherteams haben sich damit in einem europaweiten Wettbewerb unter mehr als 700 Bewerbern durchgesetzt.

Ein Synergy Grant geht auf den Campus Martinsried: Vier Direktoren aus den Max-Planck-Instituten für Biochemie und für Neurobiologie erhalten insgesamt 13,9 Millionen Euro für ihre Studie zur Erforschung von Demenzerkrankungen. Prof. Ulrich Hartl, Prof. Wolfgang Baumeister und Prof. Matthias Mann vom MPI für Biochemie untersuchen zusammen mit Prof. Rüdiger Klein vom MPI für Neurobiologie die grundlegenden Mechanismen der Toxizität von Proteinablagerungen in bestimmten Hirnregionen und Nervenzellen. Diese Ablagerungen sind ein Merkmal von altersbedingten neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington und Amyotropher Lateralsklerose (ALS). Alle vier Forscher sind auch mit den beiden Münchner Universitäten eng verbunden: Prof. Hartl, Prof. Klein und Prof. Mann sind Honorarprofessoren an der Ludwig-Maximilians-Universität; Prof. Baumeister hat eine Honorarprofessur an der Technischen Universität München inne.

Zu den Gewinnern gehört auch das Projekt UQUAM (Ultracold Quantum Matter) von Prof. Immanuel Bloch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. Zusammen mit Jean Dalibard vom Collège de France in Paris, Ehud Altman vom Weizmann-Institut in Rehovot (Israel) und Peter Zoller vom Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck erforscht Prof. Bloch das Verhalten von Quantenmaterie bei Temperaturen dicht über dem absoluten Nullpunkt. Die Studie wird über einen Zeitraum von sechs Jahren mit insgesamt zehn Millionen Euro von der EU gefördert. Prof. Bloch hat zugleich den Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne.

Rund 710 Forscherteams aus ganz Europa hatten sich um eine Förderung beim Europäischen Forschungsrat beworben. Mit elf vergebenen Synergy Grants wurden demnach nur 1,5 Prozent der eingereichten Vorschläge ausgewählt. Der Europäische Forschungsrat vergibt die Grants nach kompetitiven und ausschließlich auf wissenschaftliche Exzellenz ausgerichteten Kriterien.

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch gratuliert den erfolgreichen Antragstellern:

„Zwei Synergy Grants für den Forschungsstandort Bayern sind eine beeindruckende Leistung im Wettbewerb zwischen den besten Köpfen auf europäischer Ebene. Der Wissenschaftsraum München schneidet damit auf Augenhöhe mit dem Großraum London, Oxford und Cambridge ab. Der Freistaat zählt mit seinen forschungsintensiven Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen inzwischen zu den führenden Forschungsregionen Europas.“

Die Synergy Grants sind ein Pilotmodell zur Förderung multi- und interdisziplinärer Projekte. Gruppen aus zwei bis vier herausragenden Forschenden und deren Teams erhalten für maximal sechs Jahre eine Fördersumme von bis zu 15 Millionen Euro. Die Synergy Grants haben ein Gesamtbudget von 150 Millionen Euro. Die Fördersummen pro  Forscherteam sind die höchsten, die der ERC in seinen verschiedenen Förderlinien vergibt. Angesichts der stark begrenzten Stipendienzahl und des hochkompetitiven Auswahlverfahrens sind die Synergy Grants die prestigeträchtigste Wissenschaftsförderung der Europäischen Union. Seit Oktober 2012 läuft die zweite Ausschreibungsrunde der Synergy Grants. Anträge können noch bis zum 10. Januar 2013 beim Europäischen Forschungsrat eingereicht werden.    

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